Definition der internationalen Wettbewerbsfähigkeit

International CompetitivenessInternationale Wettbewerbsfähigkeit kann als ein Prozess definiert werden, in dem in bestimmten Stufen, eine höhere Wettbewerbsfähigkeit erreicht wird, beispielsweise auf Unternehmens-, regionaler und nationaler Ebene. Auf diese Weise wird die Wettbewerbsfähigkeit international, wenn das Unternehmen in zwei oder mehr Ländern tätig ist. Ein solcher Prozess kann mehrere Definitionen der Wettbewerbsfähigkeit umfassen, welche sich von einer allgemeinen Perspektive zu einem genaueren Verständnis auf Unternehmens- oder Länderebene verschieben. Es gibt mehrere Definitionen der Wettbewerbsfähigkeit, die berücksichtigt werden müssen, bevor man internationale Wettbewerbsfähigkeit im Einzelnen begreift.

Buckley et al (1988) haben eine allgemeine Perspektive über die strategischen Entscheidungen entwickelt, welche internationale Wettbewerbsfähigkeit unterstreicht. Sie sind der Meinung, dass Wettbewerbsfähigkeit „Effizienz (das Erreichen von Zielen zu den niedrigstmöglichen Kosten) und Effektivität (die richtigen Ziele haben)“ umfasst. Diese Auswahl der industriellen Ziele ist extrem wichtig. Wettbewerbsfähigkeit umfasst sowohl die Ziele und Mittel dieser Ziele. Von daher kann „Internationale Wettbewerbsfähigkeit“ als Ausgleich zwischen Effizienz und Effektivität im wirtschaftlichen Bereich verstanden werden. Dadurch kommt die Frage nach den unterschiedlichen Ebenen der Wettbewerbsfähigkeit auf: welche Ebene (Unternehmen, Region, Land) stellt die Basis für internationale Wettbewerbsfähigkeit dar?

Andere begreifen die Wettbewerbsfähigkeit auf Unternehmensebene. Der Bericht des Select Committee of the House of Lords on Overseas Trade (Low, 1985) beispielsweise konzentriert sich auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Laut des Ausschusses ist „Wettbewerbsfähigkeit synonym mit der langfristigen Profitentwicklung eines Unternehmens und dessen Fähigkeit, seine Mitarbeiter auszuzahlen und den Eigentümern hervorragende Gewinne auszuschütten.“ Für Feurer und Chaharbaghi (1994) hängt die Wettbewerbsfähigkeit „von den Werten der Aktionäre und Kunden ab, von der Finanzkraft, die die Handlungs- und Reaktionsfähigkeit im Wettbewerbsumfeld bestimmt, und vom Potenzial von Mensch und Technologie bei der Umsetzung der notwendigen strategischen Veränderungen“. Feurer und Chaharbaghi sind weiterhin der Meinung, dass „Wettbewerbsfähigkeit nur bewahrt werden kann, wenn eine angemessene Balance zwischen diesen Faktoren aufrechterhalten werden kann, was zu Konflikten führen kann.“

International CompetitivenessScott und Lodge (1985) legen den Schwerpunkt der Wettbewerbsfähigkeit auf die Länderebene, und schlagen vor, dass Wettbewerbsfähigkeit „die Fähigkeit eines Landes sei, Produkte im internationalen Handel zu erschaffen, zu fertigen, zu liefern und/oder zu warten, und gleichzeitig steigende Gewinne für die Ressourcen zu verdienen.“ Andere legen mehr Wert auf die wirtschaftliche Struktur der Länder. Für die OECD (1992) ist „Wettbewerbsfähigkeit der Grad, in dem eine Nation unter freien Handels- und Marktbedingungen, Waren und Dienstleistungen herstellen kann, die auf den internationalen Märkten bestehen können, und gleichzeitig in der Lage ist, das reale Einkommen seiner Bürger langfristig beizubehalten und zu steigern.“ Ein solches Verständnis rückt den Vorschlag in den Vordergrund, dass Wettbewerbsfähigkeit in diese Art von Wirtschaftssystem eingebettet ist - in diesem Fall in eine freie Marktwirtschaft. Der US Competitiveness Policy Council (1992) nimmt den selben Gedanken auf und definiert Wettbewerbsfähigkeit als „die Fähigkeit, Produkte und Dienstleistungen herzustellen, welche auf dem internationalen Markt bestehen können, und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Bürger langfristig einen steigenden, nachhaltigen Lebensstandard halten können.“

Die Competitiveness Advisory Group (1995) schlägt vor, dass Wettbewerbsfähigkeit „Elemente der Produktivität, Effizienz und Profitabilität“ nach sich zieht. Wettbewerbsfähigkeit ist allerdings „kein Selbstzweck und kein Ziel, [sondern] ein mächtiges Mittel, einen steigenden Lebensstandard und steigendes soziales Wohl zu erreichen, ein Werkzeug, um Ziele zu erreichen.“ Dementsprechend wird internationale Wettbewerbsfähigkeit erreicht, „indem Produktivität und Effizienz im Kontext der internationalen Spezialisierung erhöht wird, [da] Wettbewerbsfähigkeit die Grundlage für eine nicht-inflationäre Steigerung der Löhne der Bevölkerung darstellt.“ Kurz gesagt, ist das Endergebnis internationaler Wettbewerbsfähigkeit der Wohlstand, wie das World Competitiveness Yearbook (IMD, World Competitiveness Center, 2014) hervorhebt.

Wenn man die oben genannten Definitionen und das Risiko berücksichtigt, das Konzept zu stark zu vereinfachen, kann man behaupten, dass sich dadurch, dass die einzelnen Mikro-Einheiten der Wettbewerbsfähigkeit (z. B. Unternehmen) immer wettbewerbsfähiger werden, der Prozess auf höhere „Makro“-Einheiten verschiebt (z. B. Länder), die letztlich international wettbewerbsfähig werden.

Empfohlene weiterführende Literatur

Buckley, P. J., Pass, C. L., & Prescott, K. (1988). Measures of international competitiveness: A critical survey. Journal of marketing management, 4(2), 175-200.

Competitiveness Advisory Group—Ciampi Group (1995). "Enhancing European Competitiveness". First report to the President of the Commission, the Prime Ministers and the Heads of State.

Feurer, R., & Chaharbaghi, K. (1994). Defining competitiveness: a holistic approach. Management Decision, 32(2), 49-58.

IMD World Competitiveness Center (2014). IMD World Competitiveness Yearbook 2014. Lausanne: IMD World Competitiveness Center.

Low, T. (1985). Report of the Select Committee of the House of Lords on Overseas Trade. London: H.M.S.O.

OECD (1992). Technology and the Economy: The Key Relationships. Paris: OECD.

Scott, B. R., & Lodge, G. C. (1985).US competitiveness in the world economy. The International Executive, 27(1), 26-26.

US Competitiveness Policy Council. (1992). "Building a competitive America."The First Report to the President and Congress, Competitiveness Policy Council, Washington, D.C.

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